Rendezvous de la Musique
Geschichte
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013

2010

Rendezvous de la Musique 2010

Und wieder ist ein Jahr vergangen und das Rendezvous de la musique hat ein neues Kapitel geschrieben. Nach dem Ausfall des Festivals im Vorjahr gelang es uns durch hohen wirtschaftlichen Aufwand, einige Musiker aus Deutschland und Südafrika zur Kasbah Caid Ali el Jadida zu bringen. Es wurde, wie in den Jahren zuvor, ein Fest der Freude und Begegnung unserer Kulturen.

Doch was geschah wirklich? Nach über einem Jahr Kontakt zu Natascha Roth und James Scholfield, die zwischen Südafrika, Berlin und New York pendeln, bekam ich die Zusage von ihnen, in Marokko ein Konzert zu geben.

Hinzu kamen die mir bekannten Musiker Thomas Kagermann, Tom Dams und Jan Phillip Tödte, die sich darauf geeinigt haben, PAPALAGI-Musik zu machen.

Zum ursprünglichen Sinn des „Rendezvous de la Musique“ ist eines gesagt: Jeder spielte mit jedem und alle mit allen. Es gab auch, wie in den Jahren zuvor, keine Absprachen. Jeder gesellte sich zu jedem und gab sein Bestes. Also ein richtiges Rendezvous der marokkanischen und europäischen Kulturen.

Von marokkanischer Seite gesellte sich ein Heer von Gruppen dazu, sodass unser Programm und die Zeiteinteilung vollkommen über den Haufen geworfen wurde. Ich habe wieder gelernt, dass deutsche Gründlichkeit nach Deutschland gehört und nicht an den Rand der marokkanischen Hamadas.

Wir hatten auch ein Filmteam als Reisebegleitung dabei. Norbert Denning, Medien- Philosoph aus Köln, Achim, Kameramann und Denise Bodenstein, Saxophonistin und Sponsorin dieser Gruppe, begleiteten die Musiker und das Festival bei ihrer Reise zu den Berbern. Und diese Reise hat sie verändert. Auch meine liebe Frau Uschi und ihr Sohn Marlon flogen in dem gleichen Flugzeug, sowie Thomas Ehegattin Eva und Tochter Hava und eine Freundin waren mit von der Partie.

13 Personen kamen gleichzeitig in Marakesch Airport an und die Nacht verbrachten alle im Zentrum und stimmten sich auf dem Djemma el Fna auf das marokkanische Leben ein. Die Reise über den Tizi el mTischka wurde zu einem Erlebniss, da die Regenschauer das Gebirge in ein Blumenmeer verwandelt hatten.

Von Marakesch ging es am nächsten Tage über die Djebel Sahagro nach Asslim in einem gemieteten Reisebus zur Familie Ait el Caid. Die Begrüßung war wie immer herzlich und voller Freude auf die kommenden Ereignisse.

Es gibt einen Wandel in dem Kulturverein Association de Paix pour la culture et le dèveloppement aus Agdz. M`Barek Ait el Caid ist jetzt Vereinsvorsitzender und war die ganze Woche über unser Ansprechpartner beim Organisieren des Festivals.

Es wurde auch wieder ein Wettbewerb einheimischer Gruppen abends veranstaltet. Auch die marokkanischen Musiker trudelten so langsam ein und jeden Tag wurde musiziert, getanzt und gesungen. Papalagi, Natascha und James bauten im Tadelaktraum inmitten der Kasbah ihre Anlage auf und die Musik schallte durch die Räume.

Die marokkanische Kultur wurde von folgenden Gruppen vertreten:

  • Ahwach Musiker aus Asslim
  • Himri Moulay Cherif, Oud und sein Freund Ali L`hamri
  • Die Gruppe Anadil aus Ouarzazate, eine Familie mit Vater, Mutter und T öchtern spielt moderne marokkanische Musik 
  • Die Berbergruppe Ifoulki aus Rbat, traditionelle Berbermusik
  • Der Jugenchor Tamount aus Zaouiyya sang religiöse Lieder
  • Tafilalet, Melhoun- Musiker von Rissani aus dem Ziztal die auch vor zwei Jahren mit von der Partie waren.
  • Die Gruppe The Aabid Gnawa Music aus Taroudannt von der Assala  el Ganawia Association mit ihren Tänzern mit den Qaraqebs, die Trommlern mit den T`bels und Guembrispieler Abdullah, der sich auch wunderbar in die Musik von Natascha und James eingefügte.

Auf dieser Webseite könnt ihr den spirituellen Hintergrund dieser Musik erfahren: Link zu weltmusik.de

Wahrlich eine Menge Leute für einen Abend. Weniger ist Mehr, wurde dann auch die Devise fürs Jahr 2011.

Es begann wie in den letzten im Riad der Kasbah Caid Ali el Jadida. Der Jungenchor begann das Fest mit relgiösen Texten und stimmte die Besucher auf das Kommende ein. Dann ging es kunterbunt weiter, traditionelle Berbermusik, dann Ahwach und Melhoun, Denise spielt mit und zum Ende Natascha und James. Natascha wurde zu Kultfigur des Festivals und zog mit ihrer unnachahmlichen Stimme alle Zuhörer in ihren Bann. Zum Ende tanzten die Gnauas zur Ahwach Musik, die Melhoun Musiker gaben sich ein und  auf einmal wurde es ein unbeschreibliches Fest. Alle tanzten und sangen und freuten sich.

Unter Link zu youtube habt ihr einen Filmbeitrag eines Teilnehmers und könnt daran teilhaben, wie die Berber in Südmarokko feiern können.

Es wurde eine lange Nacht und die Musik von PAPALAGI brachte die Berber am Ende zum träumen.

Der Samstag begann mit Müdigkeit, die Bühne sollte in Agdz aufgebaut werden. Doch der Lastwagen kam nicht und es wurde immer später. Inzwischen waren alle Termine über den Haufen geworfen und es dauerte Ewigkeiten bis es dann um halb neun Abends die ersten Töne erklangen. In diesem Jahr waren nicht so viel Besucher wie bei den letzten Festivals da. Auch die Umstellung der Bühne hatte sich negativ ausgewirkt. Der Platz vor der Bühne war leer und groß. Die Musiker hatten keinen Kontakt zum Publikum. Die Gnawa Tänzer und ihre Trommler beeindruckten durch ihren Rhythmus und die bunten Kostüme. Natascha und James bekamen Verstärkung von Abdullah und Papalagi und Natascha machte da weiter, wo sie gestern aufgehört hatte. Und das ist das Erstaunliche, um Mitternacht kam dann wieder eine Stimmung wie am Vorabend auf und alles tanzte und  Eva- Maria kam mit einer Maske vor die Bühne und tanzte ein bezauberndes Wesen mit goldenem Schleier. Alle Musiker kamen vor die Bühne und Papalagi mit Ali L`hamri spielten die Musik zum Ausklang.

Auch die folgenden Tage wurde den ganzen Tag bis spät in die Nacht gemeinsam Musik gemacht und bis zur vollkommenen Erschöpfung getanzt und gesungen.

Das Rendezvous de la Musique ist eine Reise wert. Denn es ist ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten.

Euer Manfred Fahnert

Die Bildergalerie des Rendezvous de la musique 2010 findet ihr Hier

 

Ahwach Musiker in Kasbah Caid Ali
Chef der Gnawa Musiker Abdulla
Gnawa MusikerEva-Maria Kagermann und Manni in AgdzManni bei Ahwach in Asslim
James und AbdullaMelhoun Musiker von Rissani aus dem Ziztal
James Scholfield England Gitarre
Jeden Abend Musik und Freude
Natascha Roth in Agdz